BPS International startet IIoT-Plattform für Gebäudebetreiber

Von Stefan Merkle – zuerst erschienen in der Immobilien Zeitung 

Mittwoch, 08. Dezember 2021

Das bislang auf die Digitalisierung der Bau- und Planungsbranche fokussierte Münchner IT-Unternehmen BPS International wagt sich auf den Softwaremarkt für das digitalisierte Facility-Management (CAFM). Dabei will sich die eigens gegründete Tochter HiPer IT auch die Erfahrung des Mutterunternehmens im Umgang mit Building Information Modeling (BIM) zu Nutze machen. 

HiPer IT hat als erstes Produkt eine IIoT-Plattform für Gebäudebetreiber und Facility Manager an den Start gebracht. IIoT steht für das industrielle Internet der Dinge, im Falle des Münchener Proptechs sind diese Dinge vor allem miteinander verbundene Sensoren und Controller zur Optimierung von Gebäudetechnik. Diese kommen vom Mutterunternehmen BPS International, das bisher vorwiegend auf Building Information Modeling (BIM) in der Planung spezialisiert war und jetzt mit HiPerWare erstmals den Markt des digitalisierten Facility Managements (CAFM) bedient.

Gesundheitscheck zum Einstieg 

“Wir fangen meist mit einer Momentaufnahme des Gebäudes an, eine Art Gesundheitscheck, wir nennen das daher auch Hiper-Checkup”, erklärt Christine Brukhty von HiPer IT im Gespräch mit der Immobilien Zeitung. Die Haustechnik wird erfasst und über etwa zwei Wochen analysiert, dabei werden die  von BPS entwickelten Controller installiert oder vorhandene Schnittstellen genutzt. Alle Anlagen werden zudem mit Sensoren ausgestattet. Die Daten landen in der Cloud und werden für den Facility-Manager oder Eigentümer in einem digitalen Zwilling visualisiert. 

Dabei kann HiPer IT die Daten mit einem BIM-Modell verbinden. ”So langsam kommt BIM vom Bau- und Planungsbereich in die FM-Branche, wenn auch aus unserer Sicht noch nicht schnell genug”, sagt Brukhty. Ist kein BIM-Modell vorhanden und lohnt dessen Erstellung nicht, gibt es deshalb für das Dashboard auch schlankere Lösungen wie einen 2D-Plan oder schlicht 360°-Fotos der Technikräume, um Anlagen, Rohre und Leitungen später räumlich zuordnen zu können. Dies erlaube, die Betriebsprozesse zu visualisieren, und mache die Wartung nochmals deutlich effizienter.

BPS International startet IIoT-Plattform für Gebäudebetreiber

Die Software liefert auch Prognosen 

Über das Dashboard können die Livedaten aus dem Gebäude analysiert werden, der Facility-Manager muss also nicht mehr ständig vor Ort sein und kann ganze Portfolien gleichzeitig im Blick behalten. Dabei muss er selbstverständlich nicht die ganze Zeit auf den Bildschirm starren, denn das System passt mit auf: “Dadurch, dass die Daten immer wieder mit Millionen Daten aus anderen Gebäuden verglichen werden, können wir Prognosen treffen”, sagt Brukhty. Der Fachausdruck dafür ist Machine Learning Anomaly Detection (MLAD), sprich Abweichungen vom Regelbetrieb werden erkannt und gemeldet. Dank des BIM-Modells oder hinterlegter Fotos und Pläne kann ein Techniker gleich zum auffälligen Bauteil geschickt werden und weiß auch im Vorfeld, womit er es zu tun bekommt, kann also beispielsweise gleich die passenden Ersatzteile und Werkzeuge einpacken.

“Mit der HiperWare Plattform kann man das Gebäude kontinuierlich optimieren und so große Einsparungen erzielen, was wiederum auch einen positiven Einfluss auf die CO2-Bilanz hat”, sagt Brukhty. Auch können die Daten für Reportings, beispielweise im Bereich Environmental Social Governance (ESG) oder gemäß der EU-Energieeffizienzrichtlinie EED genutzt werden. Aus der Praxis sollen künftig weitere Projekte entwickelt werden, wie die Plattform im Neubau und Bestand eingesetzt werden kann.

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